Der Begriff „Blended Learning“ beschreibt üblicherweise Lernmethoden, die Studierende durch Präsenz- und Online-Kurse aktiv einbinden. Die COVID-19-Pandemie führte jedoch zu einem massiven Wandel hin zu Online-Lernen und dem Flipped-Classroom-Modell mit Videoformaten, wodurch Lehrende weltweit Blended Learning anders angingen. Die neue Herausforderung besteht darin, synchrones (Live-) und asynchrones (On-Demand-)Lernen so zu kombinieren, dass optimale Lernergebnisse für alle Teilnehmenden – ob im Präsenz- oder Fernunterricht – erzielt werden.
Das Konzept des umgedrehten Klassenzimmers ist eine spezielle Methode des Blended Learning, die genau dies bewirkt: Passives Lernen, das weniger direkte Interaktion mit dem Dozenten erfordert, wird aus dem Klassenzimmer verlagert, um den Lernerfolg der Studierenden während der Live-Unterrichtszeit mit den Dozenten zu maximieren. Es ist in Präsenzveranstaltungen genauso effektiv wie in rein virtuellen Lernumgebungen.
Videobeispiele für den umgedrehten Unterricht
Die Voraufzeichnung der Vorlesungsinhalte, die man normalerweise vor der Klasse präsentieren würde, ist oft der einfachste Weg, die im Präsenzunterricht frei gewordene Zeit für aktives Online-Lernen der Studierenden zu nutzen. Viele Dozenten gehen jedoch noch einen Schritt weiter und erkunden andere Videoformate für asynchrones Lernen in ihren Flipped-Classroom-Konzepten.
Das Konzept des umgedrehten Unterrichts bietet Lehrenden die Möglichkeit, mit neuen Medien und Inhaltsformaten zu experimentieren, um Kursinhalte auf unterschiedliche und oft ansprechendere Weise zu vermitteln. Viele Dozenten kürzen beispielsweise ihre Vorlesungen oder teilen eine ganze Vorlesung in kleinere, leicht verständliche Videoeinheiten auf. Andere Videos im umgedrehten Unterricht können aus dem Internet zusammengestellte Multimedia-Inhalte einbinden oder die Studierenden per Videoaufzeichnung aus einem Labor oder dem Gelände auf eine virtuelle Tour mitnehmen.
Nachfolgend finden Sie fünf Beispiele für Videos im Flipped-Classroom-Format, die Sie für asynchrone Lernaufgaben erstellen können:
- Videos mit Grundlagenwissen – Vermitteln Sie grundlegendes Wissen, das für das Verständnis neuer Konzepte unerlässlich ist und den Lernenden die nötigen Informationen an die Hand gibt, um ihr Verständnis verschiedener Fächer zu üben und zu demonstrieren. Nehmen Sie Ihre Präsentation dieser Lektionen mit PowerPoint, Google Slides, Prezi, Powtoon oder einem anderen Programm Ihrer Wahl auf.
- Labordemonstrationsvideos – Veranschaulichen Sie visuell die Bedienung von Laborgeräten, präsentieren Sie Experimente in einem Video mit mehreren Kameras oder zeichnen Sie eine Simulation auf, die alle Details zeigt. Dank der Videoaufzeichnung mit mehreren Kameras können Sie Studierenden, die nicht vor Ort sind, nahezu alles im Laboralltag zeigen.
- Problemlösungsvideos – Zeigen Sie Ihren Schülern in einem Video, wie man Beispielaufgaben löst, um sie bei anderen aktiven Lernaufgaben zu unterstützen. Wenn Sie Ihren Laptop anschließen können, können Sie die Lösungswege aufzeichnen: Führen Sie die Schüler anhand eines digitalen Whiteboards oder mit einer Kamera, die auf eine beschreibbare Oberfläche gerichtet ist, durch die Problemlösung.
- Anwendungsbeispiele aus der Praxis – Exkursionen waren schon immer eine hervorragende Möglichkeit, Schüler zu begeistern und Unterrichtsinhalte greifbarer zu machen. Natürlich ist nichts vergleichbar mit dem Erlebnis, das Rechenzentrum eines Fortune-500-Unternehmens zu besichtigen oder an einer archäologischen Ausgrabung teilzunehmen. Videos können ein vergleichbares virtuelles Erlebnis bieten, wenn eine Klassenfahrt nicht möglich ist. Und da Smartphone-Videokameras immer leistungsfähiger werden, lassen sich jetzt überall HD-Videos aufnehmen.
- Video-Podcasts – Interviews, Kurzgeschichten und Kommentare zu aktuellen Ereignissen können den Schülern Lerninhalte in einem beliebten Format bieten, das sie wahrscheinlich während des gesamten Videos fesselt.
Bonus-Tipp
Halten Sie es kurz! Denken Sie bei jedem Ihrer Module im Flipped-Classroom-Format daran, dass die Einführungsveranstaltung nicht die gesamte Dauer der regulären Vorlesung haben muss. Viele Videos dauern sogar nur zwischen 5 und 15 Minuten.
Laut einer Studie der Ball State University erleichtern diese kürzeren Videos den Studierenden die Aufmerksamkeit und fördern ihr Engagement. Die Studie legt nahe, dass die effektivsten Mikro-Vorlesungen sogar unter sieben Minuten dauern. Das ist genau die richtige Zeit, um sich in jedem Video auf ein einzelnes Thema zu konzentrieren. Und wenn Sie mehrere Themen in einem Modul behandeln möchten, nehmen Sie einfach zwei oder drei Videos auf und teilen Sie diese.
Panopto macht das Umdenken im Unterricht – und damit auch die Rolle des Lehrers – einfach: Mit einer flexiblen Videopräsentationssoftware können Lehrer und Schüler gleichermaßen Vorlesungen und Präsentationen jederzeit, überall und von jedem Gerät aus aufzeichnen und sie sofort mit Schülern, Lehrern und Kollegen in einer sicheren, durchsuchbaren Videobibliothek teilen.


