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4 Videotypen für interaktiveres E-Learning

Wenn Sie Dozent an einer Hochschule oder Trainer in einem Unternehmen sind, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sich Ihre Arbeitsweise in den letzten zehn Jahren stärker verändert hat als in den letzten hundert Jahren für Ihre Vorgänger.

Nachdem man jahrhundertelang eine Handvoll Modelle für Präsenzvorlesungen und -unterricht verfeinert hat, hat eine Vielzahl neuer Technologien heute viele neue Veränderungen und Möglichkeiten für uns alle im Lernbereich hervorgebracht – von völlig neuen Pädagogiken wie dem Flipped Classroom bis hin zu neuen taktischen Werkzeugen wie Video.

Insbesondere E-Learning-Videos haben sich zu einem Eckpfeiler vieler Blended-Learning-Kurse entwickelt. Von Wissenschaftlern als effektives Lehrmittel gelobt und von Lernenden, die im YouTube-Zeitalter aufgewachsen sind, zunehmend bevorzugt, bieten E-Learning-Videos die Möglichkeit, ein einzigartiges, immersives Lernerlebnis für nahezu jedes Konzept oder jede Fertigkeit zu vermitteln.

Das heißt natürlich nicht, dass videobasiertes E-Learning eine Art Allheilmittel für Pädagogen ist, so sehr wir uns das auch wünschen mögen.  

Das Ansehen eines Videos kann auch ein passives Erlebnis sein. Eine trockene, einstündige Vorlesung, die die Lernenden in Präsenz nicht einbezieht, wird in der Aufzeichnung nicht besser abschneiden (insbesondere wenn der Raum selbst nicht erfasst wird und die Lernenden nur die Folien zusammen mit dem gesprochenen Kommentar abspielen können).

Zum Glück gibt es unzählige Strategien, mit denen Dozenten ihre aufgezeichneten Inhalte im Rahmen von Blended Learning, Flipped Classroom oder anderen aktiven Lernansätzen ansprechender und wertvoller gestalten können.

Was sind also die Geheimnisse für die Erstellung von E-Learning-Videos, die das Lernerlebnis verbessern?

Bewährte Methoden für die Gestaltung ansprechender E-Learning-Videos

Das Center for Teaching der Vanderbilt University untersuchte 2015 mehrere Metaanalysen und zahlreiche Studien zum videobasierten Lernen. Auf Grundlage dieser Erkenntnisse entwickelte das Center eine Reihe von Empfehlungen für die Erstellung effektiver Lehrvideos, darunter die folgenden:

  • Signalisierung: Verwenden Sie Text oder Symbole auf dem Bildschirm, um wichtige Informationen hervorzuheben und die Aufmerksamkeit des Lernenden zu lenken. Dies kann beispielsweise durch das Erscheinen von zwei oder drei Schlüsselwörtern, eine Änderung der Farbe oder des Kontrasts oder ein Symbol wie ein Pfeil erfolgen, das die Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Bildschirmbereich lenkt.
  • Segmentierung: Informationen werden in kleinere Einheiten unterteilt. Dies ermöglicht es Lernenden, sich mit kleinen Informationshäppchen auseinanderzusetzen und gleichzeitig den Informationsfluss selbst zu steuern. In der Praxis könnte ein Dozent einen Kurs beispielsweise in kürzere Videos aufteilen oder in längeren Videos gezielt Pausen zwischen den Segmenten mit Fragen oder Quiz einfügen.
  • Aussortieren: Entfernen Sie interessante, aber irrelevante Informationen aus dem Video, insbesondere solche, die nicht zum Lernziel beitragen. Anders gesagt: Halten Sie es einfach. Vermeiden Sie Musik, komplexe Hintergründe oder Animationen, die den Lernenden ablenken könnten.
  • Passende Modalität: Bieten Sie den Lernenden komplementäre Informationsquellen an, um ein neues Konzept zu verdeutlichen. Ein Beispiel hierfür ist ein Video, in dem der/die Vortragende in einem Teil des Bildschirms spricht und in einem anderen Teil die zugehörigen Folien angezeigt werden. Ein anderes Video könnte zeigen, wie der/die Dozent/in einen Prozess auf dem Bildschirm demonstriert und gleichzeitig kommentiert. Die Verwendung beider Kanäle zur Vermittlung passender und sich ergänzender Informationen steigert nicht nur die Beteiligung der Studierenden, sondern verbessert nachweislich auch deren Behaltensleistung und die Fähigkeit, Informationen zu übertragen.

Fortschritte bei Videosoftware für E-Learning haben die Erstellung von Videos nach Best Practices so einfach wie nie zuvor gemacht. Die richtige Software ermöglicht nicht nur die unkomplizierte Aufnahme mehrerer Audio- und Videostreams, sondern bietet auch benutzerfreundliche Videobearbeitungswerkzeuge und die Möglichkeit, interaktive Elemente wie Quizze oder eingebettete YouTube-Videos hinzuzufügen.

Weiterführende Lektüre: 7 Möglichkeiten, wie eine Videoplattform die Erstellung von E-Learning-Inhalten optimiert

 

Die 4 häufigsten Arten von E-Learning-Videos

Instructional Designer experimentieren ständig mit neuen Methoden und Techniken, um das Lernen zu verbessern. Daher sind E-Learning-Videos oft so individuell wie die Dozenten selbst. In den letzten Jahren haben sich jedoch einige Gemeinsamkeiten in den gängigsten E-Learning-Videoformaten herauskristallisiert, die den oben beschriebenen Best Practices für die Erstellung ansprechender Videos folgen.

1. Dozentengeleitete Vorlesungen und Schulungen

Dozentengeführte Vorlesungs- und Schulungsvideos gehören zu den gängigsten E-Learning-Videos, da sie im Prinzip die Videoversion von Präsenzunterricht darstellen. Obwohl es viele verschiedene Möglichkeiten gibt, diese Videos aufzunehmen, existiert ein optimales Format, das die Lernenden am besten motiviert. Dozentengeführte Videos sollten den Dozenten bei der Präsentation zeigen, begleitet von unterstützenden Lerninhalten wie Folien oder Bildschirmfreigabe.

Sehen Sie sich unten ein Beispiel für ein von einem Ausbilder geleitetes Schulungsvideo an:

 

 

2. Vorführungen

Live-Demonstrationen per Videoaufzeichnung können Lernenden die Vorgehensweise deutlich eindrücklicher vermitteln als bloße Erklärungen oder statische Bilder und Zeichnungen. Bei mehrstufigen Prozessen und Tätigkeiten, die praktisches Handeln erfordern, sind E-Learning-Videos mit begleitender Erklärung oft hilfreicher als eine Präsenzdemonstration.

In einem Video können Lernende die Wiedergabe pausieren, zurückspulen und die Wiedergabegeschwindigkeit verlangsamen, falls sie beim ersten Mal nicht alles verstanden haben. Zusätzlich zur Steuerung der Wiedergabe bieten verschiedene Kameraperspektiven die Möglichkeit, einen besseren und detaillierteren Einblick zu gewinnen, als dies persönlich möglich wäre.

Sehen Sie sich unten ein Beispielvideo an:

 

 

3. Szenarien und Simulationen

Video ist ein äußerst nützliches und effizientes Medium, um Szenarien und Simulationen aufzuzeichnen, die verschiedene Situationen veranschaulichen, denen Lernende bei der Anwendung spezifischer Schulungen begegnen können. Lernende können sogar bei der Durchführung eigener Szenarien gefilmt werden, die sie sich anschließend zur Selbstreflexion ansehen können.

Szenario- und Simulationsvideos werden häufig eingesetzt, um Studierende der Pflege und Medizin auf den Umgang mit Patienten vorzubereiten, Szenarien in einem simulierten Gerichtssaal darzustellen und angehenden Führungskräften Soft Skills wie den Umgang mit schwierigen Gesprächen zu vermitteln. Diese E-Learning-Videos bringen die Realität in den Unterricht und ermöglichen den Studierenden ein tieferes Verständnis neuer Konzepte, wodurch sie optimal auf die Anwendung ihrer neuen Fähigkeiten vorbereitet werden.

Sehen Sie sich unten ein Beispielvideo einer Simulation an:

 

 

4. Von Lernenden erstellte Videos

Von Lernenden erstellte E-Learning-Videos können nicht nur informelle Schulungen durch Kollegen am Arbeitsplatz umfassen, sondern auch Videos, in denen Studierende die erlernten Fähigkeiten üben. Es ist eine andere Herangehensweise an E-Learning-Videoinhalte, aber von Lernenden erstellte Videos können genauso wirkungsvoll sein wie formale E-Learning-Videos.

Im Hochschulbereich können Studierende sich beim Üben von Kommunikationsfähigkeiten oder beim Sprechen einer Fremdsprache selbst filmen. Ein weiterer Vorteil dieser Videoaufnahmen besteht darin, dass Dozenten wertvolle Unterrichtszeit für die Vermittlung von Wissen nutzen und den Studierenden individuelles Feedback geben können. Lesen Sie hier, wie die Sauder School of Business der University of British Columbia mithilfe von studentengenerierten Videos MBA-Studierende besser auf die Kommunikation im Berufsleben vorbereitet hat .

Im Arbeitsumfeld hat sich soziales Lernen als wertvolle und skalierbare Lösung für den Wissensaustausch etabliert . Fachexperten oder eigentlich jeder Mitarbeiter filmen sich selbst, wie sie einen neuen Prozess demonstrieren oder eine Schulung durchführen, die sie normalerweise einzeln geben würden, und teilen diese Videos mit dem gesamten Team oder dem Unternehmen.

Sehen Sie sich unten ein Beispiel für ein von einem Lernenden erstelltes E-Learning-Video an:

 

 

Was kommt als Nächstes im E-Learning?

Da sich die Didaktik im Bildungsbereich mit dem technologischen Fortschritt weiterentwickelt, werden sich auch die Formen des E-Learnings zweifellos verändern. Viele Pädagogen prognostizieren beispielsweise, dass Augmented Reality und Virtual Reality die Art und Weise, wie Schüler lernen, grundlegend verändern werden, indem sie sie in reale Erfahrungen und Simulationen einbinden. Experten sind sich jedoch einig, dass videobasiertes Lernen eine der ansprechendsten und effektivsten Lehrmethoden ist – nicht nur heute, sondern auch in Zukunft.

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