Ein Gast-Blogbeitrag von Associate Professor Till Winkler, Associate Professor, Department of Digitalization, Copenhagen Business School (CBS) in Zusammenarbeit mit Viducon Dänemark.

In früheren Gastblogs mit Panopto (die Sie hier und hier finden) habe ich einige meiner ersten Erfahrungen mit der Einbindung von videobasiertem Lernen in meine Lehrpraxis beschrieben. Inspiriert von den positiven Reaktionen meiner Studenten auf die von mir produzierten Videoinhalte, beschloss ich, mit meiner nächsten Lerngruppe zu einem echten blended learning Ansatz überzugehen.

In einem Wahlfachkurs zum Thema "Managing IT in the Digital Age", den ich zusammen mit meinem Kollegen Associate Professor Matthias Trier leite, haben wir beschlossen, das Flipped-Classroom-Modell anzuwenden. Das bedeutet, dass wir den Studenten im Voraus eine Reihe von Online-Vorlesungsvideos zur Verfügung stellten und dann die wertvolle Unterrichtszeit für einen Workshop-basierten Unterricht nutzten, bei dem die Interaktion und Diskussion der Studenten im Vordergrund stand.

Video und Workshops - damit die Mischung bei CBS funktioniert

Also zuerst der Flip selbst - wie haben wir das geschafft? Nun, da ich Vorlesungen aus dem Vorjahr aufgezeichnet hatte, beschlossen wir, diese Inhalte wiederzuverwenden. Ich hatte bereits daran gearbeitet, kurze aufgezeichnete Vorlesungen zu produzieren, die so konzipiert waren, dass sie leicht online verdaut werden konnten (im Gegensatz zu den traditionellen einstündigen Vorlesungen), sodass der Großteil der digitalen Inhalte bereits vorhanden war. Es war einfach, diese Aufzeichnungen in einen neuen Kursordner zu kopieren, und jede Woche erhielten meine Studenten über unser Lernmanagementsystem (das in unsere Panopto-Instanz integriert ist) Zugriff auf das entsprechende Video. Wir verlangten von den Studenten, sich jede Woche eine Reihe dieser Videos anzusehen, und wir fügten zusätzliche aktive Lernelemente hinzu, indem wir sie aufforderten, kurze Online-Aufgaben zu den Videos zu erledigen, wie z. B. Quizfragen auszufüllen und auf offene Fragen zu antworten.

Die Vorlesungsvideos behandelten hauptsächlich konzeptionelle Inhalte wie theoretische Rahmenbedingungen, empirische Erkenntnisse und praktische Einsichten. Ich denke, dass es viele Vorteile hat, wenn die Studierenden online auf diese Art von Inhalten zugreifen können, so dass sie sie in ihrem eigenen Tempo aufnehmen und ihr Verständnis wirklich festigen können, daher war ich zuversichtlich, dass dieser geflippte Ansatz für die Studierenden funktionieren würde.

Nachdem die Studenten die Videos angesehen und die Online-Aktivitäten im Voraus abgeschlossen hatten, kamen sie gut vorbereitet und mit der Erwartung, sich einzubringen, zu den persönlichen Workshop-Sitzungen. In den Workshop-Sitzungen baten wir sie, die Konzepte, die sie in den Online-Videos gelernt hatten, auf ein konkretes Problem eines Fallstudienunternehmens anzuwenden und dann ihre Ideen dem Rest der Klasse zu präsentieren. Wir wählten einen Lernraum, der sich perfekt für diese Art von Workshop-Format eignete, um die Möglichkeiten der Interaktion unter den Studenten zu maximieren.

Nach Beendigung des Kurses führten unsere Partner von Viducon unabhängig voneinander Nachbefragungen mit einer Reihe von Studenten durch, um zu sehen, was sie über das von uns gewählte Blended-Course-Format dachten. Das Feedback war sehr ermutigend. Die Studenten sagten, dass sie unsere Bemühungen, einen anderen Lehransatz in diesem Kurs auszuprobieren, sehr zu schätzen wussten. Insgesamt waren sie der Meinung, dass ein Blended-Learning-Format sowohl aus akademischer als auch aus sozialer Sicht Vorteile hat.

Ansichten der Studenten über den Online-Teil des Blended Learning

Auf die Frage nach dem Online-Teil des Kurses sagten die Studenten, dass der Zugang zu den Videoinhalten im Voraus ihnen half, eine "mentale Landkarte" des Studiengebiets und einen wichtigen Überblick über die Schlüsselkonzepte zu erhalten. Einer der Studenten kommentierte:

"Das Videomaterial war in klare Unterkategorien und Themen unterteilt. Das gab viel Struktur und einen guten Überblick. Die Videos dienten wie eine Online-Bibliothek, in der wir leicht zurückgehen und ein Thema auswählen konnten, um uns dann die Videos noch einmal anzusehen, zum Beispiel für die Prüfung."

Die Studenten schätzten auch die kurzen, komprimierten Erklärungen der Theorien in den Videos, von denen jedes zwischen 4 und 7 Minuten lang war. Sie konnten die Zeit sehen, die wir in die Vorbereitung dieser Videos investiert hatten, und kommentierten, dass dieser knappe Inhalt ihnen half, sich auf die wichtigsten Botschaften zu konzentrieren. Wie einer unserer Lernenden es ausdrückte:

"In Videovorlesungen ist der Dozent gezwungen, sehr konkret zu sein. Die Erklärungen sind klar und deutlich. Es gibt nicht so viel 'Rauschen' bei der Transaktion von Wissen vom Sender zum Empfänger."

Unser Einsatz von Video half auch dabei, ein Gefühl der Verbundenheit mit den Studenten zu schaffen, bevor wir uns überhaupt getroffen hatten, wobei ein Student sogar so weit ging zu sagen:

"Ich hatte viele Stunden Video von Ihnen gesehen, bevor ich Sie im Klassenzimmer traf. Als ich Sie zum ersten Mal in der Klasse sah, fühlte es sich an, als würde ich einen Prominenten treffen."

Aus den Feedback-Interviews erfuhren wir auch, dass die Studierenden unterschiedliche Methoden entwickelt hatten, um mit den Videos zu arbeiten. Einige machten ausgiebig Gebrauch von der Pausentaste, oder andere verlangsamten die Abspielgeschwindigkeit im Panopto-Player, um eigene Notizen machen zu können. Ein Student kommentierte:

"Wenn ich versuche, etwas über Theorie zu lernen, habe ich oft das Gefühl, dass ich häufigere Pausen brauche. So fühle ich mich im Unterricht oft gezwungen, weiter zu lernen, obwohl mein Gehirn dafür nicht bereit ist. Aber mit den Videos konnte ich einfach pausieren, eine 5-minütige Pause machen und dann wieder auf Play drücken. [...] Ich kann über das, was im Video gesagt wurde, nachdenken, mir Notizen machen und sehen, ob ich alles richtig verstanden habe, und erst dann weitermachen."

Ein wichtiger Punkt, den wir aus den Interviews gelernt haben, ist, dass selbst bei einer benutzerfreundlichen Plattform wie Panopto die Lernenden von einer kurzen Einführung in die Funktionen profitieren können, die die Plattform bietet. Mit Panopto können die Lernenden zum Beispiel nicht nur die Geschwindigkeit der Videos regulieren und die Inhalte anhalten, sondern auch individuelle Notizen mit Zeitstempel machen. Sie können ihre Notizen entweder mit ihren Mitschülern teilen oder sie privat halten. Indem wir den Lernenden helfen, sich mit den Funktionen, die ihnen auf einer Plattform wie Panopto zur Verfügung stehen, besser vertraut zu machen, können wir meiner Meinung nach die Online-Aspekte des Blended Learning noch effektiver gestalten.

Ansichten der Studenten über den Präsenzteil des Blended Learning

Als wir die Studenten über den persönlichen Teil der Mischung befragten, sagten viele von ihnen, dass sie zwar die Online-Lernelemente sehr schätzten, die soziale Interaktion mit ihren Professoren und Kommilitonen für sie aber immer noch von entscheidender Bedeutung war. Einer sagte:

"Wenn man einen reinen Online-Kurs hätte, dann denke ich, würde man die [...] Interaktion mit anderen Mitschülern vermissen. Also die Kombination aus beidem - online und offline - das ist es, was den Kurs für mich stark gemacht hat."

Die meisten Studenten betonten, dass ausführliche Diskussionen, Übungen und das Durchsprechen von Fallbeispielen in einem Klassenzimmer-Szenario einfach besser funktionieren - in den Worten eines anderen Studenten:

"Ich würde mir wünschen, dass die Theorievorlesungen zu 100 Prozent auf Video laufen und die Fallbeispiele im Klassenzimmer sind. Denn in der Praxis wird es lebendig."

Blick in die Zukunft: Implikationen für Lehrer

Die Mehrheit der Kursteilnehmer war der Meinung, dass das gemischte Lernen, also die Kombination von Video- und Präsenzworkshops, effektiver ist als jedes der beiden Elemente allein. Wie ein Student es ausdrückte:

"Die Kombination, die Theorie mehr oder weniger online mit Video und die praktischen Fälle offline zu haben - das ist eine gute Kombination".

Daher war es nicht verwunderlich, dass viele der Studenten ihre Hoffnung äußerten, dass mehr Kurse an der CBS ein Blended Format annehmen würden:

"Wenn ich etwas verbessern könnte, würde ich alle Vorlesungen an der CBS so gestalten!"

Die Botschaft an die Lehrer scheint klar zu sein: Wir müssen einige der traditionelleren Methoden, mit denen wir Schüler bisher unterrichtet haben, überdenken und neue Ansätze wählen, die zu einem besseren Engagement der Schüler führen können. Wir müssen prüfen, welche Inhalte am besten online vermittelt werden, damit sie im eigenen Tempo wiederholt werden können, und welche Inhalte am besten in einem Klassenzimmer vermittelt werden können. Natürlich müssen die Lehrer je nach Art des Fachs, das sie unterrichten, ihren eigenen Ansatz für das Blended-Format finden. Was jedoch offensichtlich ist, ist, dass die Schüler von Blended Learning profitieren, da diese Lehrmethode bessere Lernergebnisse ermöglichen kann.